Unser Projekt: Hunde und Kinder

Menschen und Hunde verbindet ein Band, das über viele Jahrtausende hinweg gewachsenist und dabei mehr und mehr gefestigt wurde. Über 10 Millionen Hunde leben inzwischen indeutschen Haushalten und bereichern das Leben ihrer Familien oder auch allein lebender Menschen. Ein gemeinsames Leben mit einem Hund kann sich sogar positiv auf die geistigeund körperliche Gesundheit eines Menschen auswirken. Die Gründe dafür scheinen ganz offensichtlich: Man ist nie alleine und hat immer einen Anreiz, sich an der frischen Luft zu bewegen. Doch es steckt mehr dahinter als die Freude an ein wenig Gesellschaft. Nach neus-ten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Menschen und Hunde dazu in der Lage, gemeinsam eine echte Beziehung aufzubauen, die einer Bindungsbeziehung zwischen Mutter undKind ähnelt.

Menschen, die in einer guten Beziehung mit ihren Hunden leben, sehen in diesen eine zuverlässige Basis für Trost, der sie sich in stresshaften Situationen zuwenden, um emotionale Unterstützung zu erhalten. Sie assoziieren die körperliche Nähe zum Hund mit positiven Gefühlen, wohingegen längere Trennungen dazu führen, den Hund zu vermissen. Ebenso könnte man die Rollen von Hund und Mensch vertauschen und das Gleiche über die Beziehung sagen. Kritische Stimmen mögen sich denken: Man könnte doch aber auch den Hund durch einen anderen Menschen ersetzten? Wozu soll man eine Beziehung zu einem Hund aufbauen? Eine der wichtigsten Erkenntnisse über die Bindungsbeziehung zwischen Menschen und Hunden ist, dass sie sich nicht wie eine Schablone über zwischenmenschliche Bindungsbeziehungen legen lässt. Einfach ausgedrückt, kann ein Mensch, dem es schwer fällt, soziale Beziehungen mit anderen Menschen einzugehen, deutlich einfacher eine soziale Beziehung zu einem Hund aufbauen. Die Erwartungen, die ein Mensch durch möglicherweise tragische Ereignisse in seinem früheren Leben gegenüber Menschen verinnerlicht hat, werden nicht automatisch auf Hunde übertragen. Diese bahnbrechende Erkenntnis wird nur noch davon übertroffen, dass bei Betroffenen, durch die gelungene Bindungsbeziehung zum Hund, eine Offenheit gegenüber Bindungserfahrungen mit anderen Menschen entstehen kann. Die Beziehung zu einem Hund kann also ein Türöffner für ein glücklicheres Leben sein.

Dies ist nur einer der Gründe, warum sich in den letzten Jahren mehr und mehr Interesse an Tiergestützten Interventionen (TGI) regt. Dabei profitieren Menschen von Tieren aller Art, doch der Hund erweist sich immer wieder als besonders geeignet, weil er von Natur aus aktiv die Nähe zum Menschen sucht. Dieser Aufschwung Tiergestützter Interventionen bezieht sich nicht nur auf den Bereich der Tiergestützten Therapie (TGT), deren Durchführung ganzbesonderer Expertise bedarf. Auch im Bereich der Tiergestützten Pädagogik (TGP) hat sichin den letzten Jahren viel getan. Mehr und mehr Schulen zeichnen sich durch einen eigenen Schulhund oder ein eigenes Schulhundprogramm aus. Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes von Hunden ist die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens von Menschen, welche in Form von Tiergestützten Aktivitäten (TGA) stattfindet. Bekannte Beispiele sind Tierbesuchsprogramme in Seniorenheimen oder Kliniken.

Wir, Hannah Verstraten und Thomas Bierer, stellen solch ein Projekt im Rahmen einer Tiergestützten Aktivität auf die Beine, das acht Kindern und Jugendlichen aus dem LBZ St.Anton – Lösungsorientiertes Bildungs-, Beratungs- und Betreuungszentrum in Riegel am Kaiserstuhl die Möglichkeit eröffnet, eine Bindungsbeziehung mit einem Patenhund aufzubauen. Die Kinder und Jugendlichen leben dort in stationären Wohngruppen und werden auf dem Weg zu einer erfolgreichen eigenverantwortlichen Lebensführung unterstützt. Dazu möchtenwir gerne beitragen!

Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die in Einrichtungen wie dem LBZ St. Anton leben, istanzunehmen, dass sie in ihrer Vergangenheit keine stabilen Bindungsbeziehungen aufbauenkonnten. Wir möchten ihnen die Chance geben, eine neue Art der Beziehung kennenzulernen. Ziel ist es, zwischen jedem Kind oder Jugendlichen und einem Patenhund eine vertrauensvolle Freundschaft wachsen zu lassen. Dazu bedarf es einem intensiven Kennenlernen, wozu wir eine viertägige Kennenlernphase entwickelt haben. In diesen vier Tagen sollen die Kinder und Jugendlichen durch die Vermittlung von Grundwissen über Hunde und über gemeinsame Aktivitäten ihre Patenhunde bestmöglich kennenlernen.
Für das Projekt werden selbstverständlich nur Hunde ausgewählt, die sehr gerne Zeit mit Menschen verbringen, auch wenn diese zunächst fremd sind. Im Zuge des Projekts werden die Hunde gemeinsam mit ihrenBezugspersonen und den Kindern und Jugendlichen eine spannende und somit bereichernde Zeit erleben. Spiele, Bewegung und Streicheleinheiten werden die Hundeherzen höher schlagen lassen. Ein zweiter Effekt ist, dass die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit Hunden allgemein geschult werden. Somit werden sie dazu befähigt, auch in ihrer Zukunft einen positiven Umgang mit Hunden zu pflegen, wovon all die Hunde profitieren, mit welchendie Kinder und Jugendlichen im Laufe ihres Lebens zu tun haben werden.
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Unser Programm sieht folgenden Ablauf vor:
Tag 1 (Freitag, 14.05.2021)
10.00 Uhr –12.30 Uhr Theorie: Modul 1„Was sagt derHund?“–Verstehen, was der Hund will
Es findet zunächst ein Kennenlernen mit der Pädagogin statt. So soll eine vertrauensvolle Basis geschaffen werden. Die Kinder und Jugendlichenkönnen von ihren bisherigen Erfahrungen mit Hunden berichten und Vorwissen aktivieren. Im weiteren Ver-lauf wird thematisiert, wie Hunde sich –auch insbesondere im Gegensatz zu Menschen –körpersprachlich ausdrücken. So soll auf den Erstkontakt mit den Patenhunden vorbereitet und für den richtigen Umgang mit einem Hund sensibilisiert werden.
12.30 Uhr –14.00 Uhr Mittagspause/Mittagessen
14.00 Uhr –16.30 Uhr Praxis: Freundschaft knüpfen –Ein erstes „Beschnuppern“
Am ersten Nachmittag findet das Kennenlernen mit den Hunden und deren Haltern statt. Dies soll ausgemeinsamen Aktivitäten wie Spielen und Körperkontakt, aber auch aus einem Erfragen möglichst vieler Informationen über den Patenhund bestehen. Die Kinder erstellen ein kleines Portfolio über ihrenVierbeiner, das sie am Ende des Tages vorstellen dürfen.
Tag 2 (Samstag, 15.05.2021)
10.00 Uhr–12.30 Uhr Theorie: Modul 2 „Wie lernt der Hund?“–Dem Hund vermitteln, was ich will
Im zweiten Modul geht es um das Lernverhalten von Hunden. Hier soll natürlich nicht trocken ein Text studiert werden. Spielerisch können die Kinder und Jugendlichen in kleinen Selbstversuchen erfahren, wie man einem Hund vermitteln kann, was man von ihm will. Dabei muss die Perspektive des Hundes angenommen werden. Zudem wirdan diesem Vormittag gemeinsam vorbereitet, was die einzelnen Hunde am Nachmittag lernen sollen. Ein „Minitrainingsplan“ wird erstellt.
13.00 Uhr–14.00 Uhr Mittagspause/Mittagessen
14.00 Uhr–16.30 Uhr Praxis: Miteinander kommunizieren–In einen Dialog treten
Nachmittags sollen die aufgestellten Pläne in die Tat umgesetzt werden. Die Kinder dürfen ihren Patenhunden einen neuen „Trick“ beibringen. Hierbei werden sie selbstverständlich unterstützt und so angeleitet, dass sie einen Erfolg erleben können. AmEnde des Tages soll eine gemeinsame Aufführung der „Tricks“ stattfinden, an die sichdann die Reflexion anschließt.
Tag 3 (Sonntag, 16.05.2021)
10.00 Uhr –12.30 Uhr Theorie: Modul 3 „Was braucht der Hund?“–Bedürfnisse des Hundes erfüllen
In diesem Modul soll den Kindern und Jugendlichenbewusst werden, welche besonderen Fähigkeiten Hunde haben und welche Bedürfnisse damit einhergehen. So soll zum einen besprochen werden, was man „maximal“ von einem Hund abverlangen kann (z.B. Lawinenhunde, Rettungshunde, Polizeihunde, …) – zum anderen aber auch, was ein Hundehalter seinem Hund „minimal“ bieten muss, um diesen artgerecht zu halten.
13.00 Uhr –14.00 Uhr Mittagspause/Mittagessen
14.00 Uhr –16.30 Uhr Praxis: Mantrailing-Kurs und Enrichment Workshop
Am Nachmittag dürfen die Kinder zum einen an einem Mantrailing-Kurs mit Thomas Bierer teilnehmen. Dabei können sie hautnah erleben, wie gut der Geruchssinn eines Hundes ist. Zudem haben die Mensch-Hund-Team sein weiteres gemeinsames Erlebnis, das die Beziehung fördern soll. Zum anderen bietet Hannah Verstraten einen Workshop an, in welchem die Kinder und Jugendlichen lernen, wie sie die Hunde geistig beschäftigen können. Hier steht ebenso der Spaß an gemeinsamer Interaktion an erster Stelle.
Tag 4 (Montag, 17.05.2021)
10.00 Uhr –10.30 Uhr Theorie: Modul 4 „Was braucht der Hund?“–Bedürfnisse des Hundes erfüllen
Neben der geistigen Beschäftigung brauchen Hunde auch Bewegung. In diesem Modul sollen die Kinder und Jugendlichen verschiedene sportliche Freizeitbeschäftigungen mit dem Hund kennenlernen. So bekommen sie eine Vorstellung davon, was für Möglichkeiten es gibt und können erkennen, wo ihre eigenen Interessen liegen. Bewegung tut nicht nur den Hunden gut. Hier werden vor allem für den Fortgang des Projekts wichtige Informationen gesammelt, denn je nach Möglichkeit der Umsetzung, sollen die Wünsche der Kinder und Jugendlichen in die weitere Gestaltung der Treffen einfließen.
10.30 Uhr –12.30 Uhr Praxis: Hundesport
Die Teilnehmer können sich bewegen, Zeit mit ihren Patenhunden verbringen und hoffentlich schon eine Verbindung zu diesen erleben. Der Spaßfaktor steht im Vordergrund –es geht schließlich um Freizeitaktivitäten. Trotzdem wird darauf geachtet, dass die Kinder und Jugendlichen auch erkennen können, ob ihr Patenhund die Freude teilt.
12.30 Uhr –14.00 Uhr gemeinsames Abschlussmittagessen mit allen Teilnehmern
14.00 Uhr –14.30 Uhr Abschlussreflexion und Verabschiedung
Nächstes Treffen (nach der Einführungswoche monatlich) 15.00 Uhr –17.00 Uhr z.B. Abenteuerspaziergang, Hundesport, Tricktraining, … Ziel: Aufrechterhaltung des Kontakts, Ausbildung einer Beziehung und vertieftes soziales Lernen

 

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